11 Juli 2009
Was machst Du eigentlich?…
Eintrag von Matthias unter: Alltag + Anekdoten; Beruf und Arbeit; Matthias (ES) .
… werde ich oft gefragt.
In anderen Foren, in denen ich - meist als Rattler - aktiv bin, beschreibe ich es meist als “keeping green struff from going brown”… - aber das stimmt nur zum Teil:
Ich bin selbständig im “Matenimiento”, d.h. habe asl eine Art Hausmeister verschiedene (Wohn)Anlagen, in denen ich Garten, Pool und Aussenanlagen pflege und erhalte.
Als Firma habe ich auch eine kleine Website, auf der die jeweiligen EIgentümer (mehr oder weniger) täglich nachschauen können, was ich so treibe, was es für Probleme gibt, etc.
Im Prinzip ist das ein richtig netter Job, gerade nach den langen Jahren als Fotograf, und immer unterwegs und in irgendwelchen Hallen, Kellern etc, geniesse ich es jetzt richtig, den ganzen Tag draussen zu sein, bei freier Zeit- und Arbeitseinteilung, und dabei auch noch ganz gut zu verdienen. Jetzt, im Sommer, fange ich morgens um 6 Uhr an und bin dann dafür aber auch meistens so um 14 Uhr fertig, ideale Bedingungen.
Leider gibts auch (gerade in letzter Zeit) Probleme, die man in anderen Jobs nicht hat:
Da das ja EIgentümergemeinschaften sind (zwischen 16 und 30 Apartments pro Anlage), bin ich als Hausmeister/Gärtner völlig von den jeweiligen Abstimmungsverhältnissen abhängig, da jedes Jahr erneut über meine Verträge entschieden wird. Das bedeutet leider, dass jeder Eigentümer, dem man im letzten Jahr auf den Fuss getreten hat, dann möglicherweise gegen einen stimmt. Ausserdem sieht man immer nur die Arbeit, die nicht gemacht wurde, die gemachte sieht man - gerade im Garten - nicht, und die (zahlenden) Eigentümer haben immer das Gefühl, der Hausmeister mache eigentlich garnichts… Viel Politik im Spiel, und - wie jeder, der mich kennt, weiss - Diplomatie war noch nie meine Stärke…
Dazu kokmmt dan noch, dass die Eigentümer mit verschiedenen Nationalitäten, sehr unterschiedliche Ansprüche, Wpnsche und Verhaltensmuster haben.
Vielleicht ein wenig zu sehr generalisiert, aber wir aus der Branche sind uns grundsätzlich ziemlich einig:
Die Deutschen wollen alles gestern erledigt haben, und perfekt. Aber sie zahlen (meist) ohne zu murren, und pünktlich. Allerdings haben sie auch immer was zu kritisieren, ein lobendes Wort von Deutschen Eigentümern ist sehr selten…
Die Engländer stechen in diesem Aspekt heraus: Immer ein kleiner Smalltalk, nie ein Klage (solange alles halbwegs in Ordnung ist), und öfter auch direktes Lob. Was das Zahlen angeht, diskutieren sie zwar nomalerweise nicht den Preis, aber mit dem schlechten Pfundkurs haben es gerade die Rentner schwer, pünktlich und zuverlässig zu zahlen.
Den Spaniern (meistens Mallorquiner) geht es vor allem um eines: Sparen! “…Oh, die Gemeinschaft will das Dach reparieren? Wieviel soll das kosten? Soooviel? Oh, dann repariert ihr es doch, und einfach nur den Teil wo wir nicht wohnen, ok?”
Gerade jetzt, in der “Krise”, wird das extrem: In meiner grössten und existenzbewgründeten Anlage wird seit letztem Oktober ein Krieg ohnegleichen gegen mich geführt von den Mallorquinischen Eigentümern, mit nur einem Ziel: Es soll die Hälfte kosten. Enweder durch Wechsel zu einem Equatorianer mit nierigem Stundenlohn, oder indem ich meine Preise senke, oder indem ich ur die Hälfte arbeite, all das wurde schon vorgeschlagen.
Bei 6 von 16 Eigentümern die diese Varianten unterstützen, hatte ich bisher Glück udn wurde mit 8:6 wider ein Jahr länger und zu gleichen Bedingungen gehalten, aber, nach verschiedenen Versuchen die Abstimmung und meinen Vetrag juristisch anzugreifen, haben sie jetzt eine andere Strategie gefunden: Sie zahlen ihre Beiträge nicht mehr ein, jetzt schon zwei Quartale, mit dem Effekt, dass jetzt, am Quartalsende, kein Geld auf dem Anlagenkonto ist, und ich diesen Monat einfach nicht bezahlt werde (und dem Hintergedanken, dass ich dann nach ner Weile freiwillig gehe)…
Der Verwalter hat mir mitgeteilt, dass das unter Umständen bis Oktober so weitergehen kann (im Oktober müssen sie einzahlen, sonst können sie nicht abstimmen)… Schöne Aussichten… bei der jetzigen Krise sind auch keine neuen Jobs in Aussicht…
Na ja, das sind so Sachen, da muss man durch (in einer Anlage ist der Verwalter vor 3 Monaten mit dem gesamten Geld durchgebrannt, da hab ich jetzt schon 3 Monate gelitten: Das Geld gibts vielleicht in zwei Jahren…)
So, jetzt wisst Ihr, was ich tue.
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